Beurteilung der Fahreignung bei Tagesschläfrigkeit

Bei Tagesschläfrigkeit lässt die Aufmerksamkeit deutlich nach, was besonders im Straßenverkehr schwerwiegende Folgen nach sich ziehen kann

Vorgabe nach Dimensionen beim Test-Set SLEEP

Autofahren, insbesondere auf längeren Strecken über einen langen Zeitraum hinweg, fordert eine hohe und ständige Aufmerksamkeit des Fahrers. Bei Tagesschläfrigkeit lässt die Aufmerksamkeit deutlich nach, was besonders im Straßenverkehr schwerwiegende Folgen nach sich ziehen kann. Aus der Unfallforschung weiß man, dass schläfrige Fahrer typische Fahrfehler machen. Oftmals überschaÅNtzen sie einerseits ihre Leistungsfähigkeit, können aber gleichzeitig die Fahrgeschwindigkeit nicht mehr richtig einschätzen. Studien zeigen, dass gerade bei Lkw-Fahrern Schläfrigkeit am Steuer die zweithäufigste Unfallursache darstellt. Aufgrund der höheren Aufprallgeschwindigkeit enden Unfälle durch Einschlafen am Steuer häufiger tödlich als andere Unfallarten.

Unumstritten ist jedoch, dass die Tagesschläfrigkeit eine große Rolle für die Verkehrssicherheit spielt. Daher sehen die Begutachtungsleitlinien für Kraftfahreignung (Gräcmann & Albrecht, 2014) (BGL) in ihrer Neuauflage nun auch die Beurteilung der Fahreignung bei Tagesschläfrigkeit, u.a. durch psychologische Testverfahren, vor. Die Schuhfried GmbH hat auf diese neue Anforderung reagiert, und das Test-Set SLEEP auf den Markt gebracht. Hierbei handelt es sich um ein psychologisch-diagnostisches Paket zur Abklärung von Leistungseinbußen aufgrund von Tagesschläfrigkeit im verkehrspsychologischen und verkehrsmedizinischen Kontext.

SLEEP: das Test-Set zur Diagnostik von Tagesschläfrigkeit

Die Konstruktion des Test-Set SLEEP durchlief einen mehrstufigen Prozess. Die Festlegung der Dimensionen orientierte sich explizit an den in den BGL festgelegten Merkmalsbereichen sowie an einem wissenschaftlichen Erklärungsmodell zur Tagesschläfrigkeit.

In einem zweiten Schritt wurden passende Tests des Wiener Testsystems ausgewählt und einem führenden Experten aus dem Bereich der Diagnostik von Tagesschläfrigkeit zur Diskussion und Stellungnahme vorgelegt. Eine endgültige Festlegung der Test- und Subtestauswahl sowie der Messgrößen erfolgte anschließend unter Berücksichtigung der Kommentare des Experten. „Wir haben uns bemüht, das Test-Set an die Bedürfnisse der Praktiker bestmöglich anzupassen und dabei gleichzeitig die notwendige wissenschaftliche Absicherung zu bieten. Standardmäßig wird im Test-Set SLEEP daher sowohl ein Verfahren zur Abklärung der phasischen und zentralnervösen Aktivierung als auch der Vigilanz vorgegeben.“, so Mag. Margit Herle, Consultant für Verkehrspsychologie bei Schuhfried.

Zwar sei laut BGL für die Stufe 1 die Abklärung eines Bereiches ausreichend, aufgrund der inhaltlichen Relevanz dieser Dimensionen hätte man sich jedoch entschlossen, im Test-Set SLEEP beide Bereiche standardmäßig vorzugeben. Die Expertin erklärt, dass der zeitliche Aufwand für den Praktiker optimiert werden kann: „Möchte man aufgrund vonAuffälligkeiten auch noch auf Stufe 2 weitertesten, können die entsprechenden Testverfahren optional dazu geschaltet werden.“

Nutzerfreundliche Auswertungen und Reports

Die Auswertungen geben dem Anwender durch ein einfaches Farbschema (rot-gelb-grün) einen schnellen Überblick über auffällige und nicht auffällige Dimensionen und sind besonders nutzerfreundlich gestaltet. Für das Test-Set steht neben den Einzeltestauswertungen zusätzlich eine Test-Set-Auswertung zur Verfügung, in welcher die Dimensionen mit den zugehörigen Variablen ausgegeben werden. Weitere Informationen: SCHUHFRIED GmbH, www.schuhfried.at

11.12.2014