DEKRA präsentiert Verkehrssicherheitsreport 2012

„Mensch und Technik“ aus Sicht der Unfallforschung, Verkehrspsychologie und Prüftechnik wurden näher untersucht

Nicht angepasste Geschwindigkeit, zu geringer Sicherheitsabstand, Alkohol- beziehungsweise Drogeneinfluss, Übermüdung, Unerfahrenheit, bewusste Verstöße gegen Verkehrsvorschriften oder Ignoranz von Warn- und Sicherheitshinweisen im Fahrzeug: Die Bandbreite menschlicher Risikofaktoren im Straßenverkehr ist groß. Moderne Fahrzeugtechnik kann ein Beitrag dazu sein, eventuelles Fehlverhalten zu kompensieren. In der Summe können Fahrerassistenzsysteme aber auch dazu führen, dass sie den Fahrer überfordern, irritieren oder in falsch verstandener Sicherheit wiegen.

Mensch und Technik bilden im Straßenverkehr also ein mit vielen Herausforderungen behaftetes Spannungsfeld. Dieses Spannungsfeld wird im DEKRA Verkehrssicherheitsreport 2012 „Mensch und Technik“ aus Sicht der Unfallforschung, Verkehrspsychologie und Prüftechnik näher untersucht. An Hand von Statistiken und Auswertungen von Daten aus Deutschland und ausgewählten europäischen Ländern zeigt der Report auf, in welchen Bereichen die größten Optimierungspotenziale liegen.

Die in den letzten Jahren zu beobachtende Entwicklung bei der Zahl der Verkehrstoten in der EU kann durchaus als Erfolg gewertet werden. Kamen im Jahr 2001 auf den Straßen der EU rund 54.300 Menschen ums Leben, waren es 2010 nach vorläufigen Zahlen circa 30.700 Verkehrsteilnehmer. Von dem seitens der Europäischen Kommission formulierten Ziel, die jährliche Verkehrstotenzahl bis 2010 zu halbieren, war man jedoch noch ein gutes Stück entfernt. Die EU hat deshalb ein neues Ziel formuliert: Bis 2020 soll die Zahl der Verkehrstoten gegenüber 2010 auf die Hälfte sinken.
„Mit Nachdruck muss auf allen Ebenen an einer weiteren Erhöhung der Verkehrssicherheit auf Europas Straßen gearbeitet werden“, betonte Clemens Klinke, Mitglied des Vorstands der DEKRA SE und Vorsitzender der Geschäftsführung der DEKRA Automobil GmbH, bei der Präsentation des neuesten Verkehrssicherheitsreports von DEKRA im Rahmen eines Parlamentarischen Abends am 29. März 2012 in der Landesvertretung von Baden-Württemberg in Berlin. Dies gelte insbesondere auch vor dem Hintergrund der jüngsten Unfallzahlen aus Deutschland.

Danach sind laut Statistischem Bundesamt 2011 erstmals nach 20 Jahren wieder mehr Menschen im Straßenverkehr ums Leben gekommen. 3.991 Menschen starben im Jahr 2011 auf deutschen Straßen, das sind 343 Getötete oder 9,4 Prozent mehr als im Jahr 2010. Die Zahl der Personen, die schwer oder leicht verletzt wurden, erhöhte sich 2011 gegenüber dem Vorjahr um 5,5 Prozent auf etwa 391.500. „Die genannten Zahlen sind eine Herausforderung, der sich auch DEKRA engagiert stellen wird“, erklärte Klinke.
Weitere Informationen: www.dekra.com

20.04.2012