Jahresempfang der DEKRA in Brüssel

Die Expertenorganisation DEKRA hat bei ihrem diesjährigen Jahresempfang in Brüssel ihren neuesten Verkehrssicherheitsreport vorgestellt.

Verleihung des DEKRA Vision Zero Awards in Brüssel: (v.l.n.r.): Stefan Kölbl, Vorsitzender des Vorstands DEKRA e.V. und DEKRA SE; María Dolores Navarro Ruíz, stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt Torrejon de Ardoz; Clemens Klinke, Mitglied des Vorstandes (Quelle: https://www.dekra.de/de-de/sieben-jahre-ohne-verkehrstote-auszeichnung-fuer-torrej-n-de-ardoz/)

Dieser verzeichnete einen EU-weit insgesamt rückläufigen Trend der Zahl der Verkehrstoten im Jahr 2016 im Vergleich zum Vorjahr. Allerdings ließ sich auch feststellen, dass der Trend im europäischen wie im globalen Kontext uneinheitlich verläuft: Während in Deutschland ein Rückgang von 7,3 % zu verzeichnen war, stieg die Zahl der Verkehrstoten in Frankreich und den USA zum wiederholten Male an.

Um dem entgegenzuwirken und mehr Verkehrssicherheit mit dem Idealziel „Vision Zero“ (Jeder kommt an, keiner kommt um.) zu verwirklichen, hat die DEKRA einen Forderungskatalog formuliert. Besondere Wichtigkeit wird dabei den „Best Practices“ beigemessen. Damit sind regional bewährte Maßnahmen gemeint, die sich durch internationalen Austausch auch andernorts gewinnbringend anwenden lassen könnten. Dazu sind allerdings aussagekräftige Zahlen nötig, die statistisch ausgewertet und zudem als Open Data zur Verfügung stehen müssten. DEKRA-Vorstand Klinke fordert daher: „Vor diesem Hintergrund muss unbedingt international die Verfügbarkeit fundierter und weitestgehend vergleichbarer Unfalldaten und Statistiken verbessert werden.“

Klinke betont jedoch auch, dass nach wie vor der Mensch als wichtigster Faktor für die Verkehrssicherheit anzusehen und in die Verantwortung zu nehmen ist: „Verantwortungsbewusstes Verhalten gepaart mit der richtigen Einschätzung der eigenen Fähigkeiten und einem hohen Maß an Regelakzeptanz sind auch in Zukunft die wichtigsten Voraussetzungen dafür, dass möglichst immer noch weniger Menschen auf den Straßen ihr Leben lassen müssen.“ Daran werde auch die immer weiter voranschreitende Entwicklung intelligenter Fahrsysteme nichts ändern, auch wenn diese vermehrt zur Sicherheit im Straßenverkehr beiträgt.

Obwohl es nach wie vor reichlich Verbesserungspotenzial gibt, lassen sich Beispiele dafür aufzeigen, dass das Konzept der „Vision Zero“ keine Utopie darstellt. So wurde in Brüssel zum zweiten Mal der DEKRA Vision Zero Award verliehen. Die stellvertretende Bürgermeisterin der spanischen Großstadt Torrejón de Ardoz nahm den Preis für sieben Jahre in Folge ohne Verkehrstote entgegen. Online lässt sich unter www.dekra.visio-zero.com eine interaktive Weltkarte finden, auf der für viele Länder Europas sowie Japan und die USA diejenigen Städte verzeichnet sind, die seit 2009 das Ziel von null Verkehrstoten in mindestens einem Jahr erreicht haben.

8.12.2017