Verkehrssicherheitskultur in Forschung und Praxis – Ergebnisse eines EU-Projekts

Sicherheitskultur ist ein wichtiger Faktor sowohl in der Verkehrssicherheitsforschung als auch in der praktischen Verkehrssicherheitsarbeit, der hilft, die typischen Muster von Risikowahrnehmung und Risikobereitschaft zu verstehen, die in verschiedenen nationalen, regionalen oder lokalen Verkehrssystemen bestehen.

Sicherheitskultur kann definiert werden als die Werte und Überzeugungen, die von Verkehrsteilnehmergruppen und Stakeholdern geteilt werden und sicherheitsrelevante Entscheidungen über das Verhalten im Verkehr beeinflussen.

Vergleich der Verkehrssicherheitskultur von Österreich, Albanien und Virginia (USA) mittels Datenanalyse
Im Rahmen des von der EU geförderten Projekts ”TraSaCu – Traffic Safety Cultures and the Safe Systems Approach – Towards a Cultural Change Research and Innovation Agenda for Road Safety“ wurde ein umfassender Rahmen zu diesem verhältnismäßig neuen Forschungsansatz erarbeitet. Auf Basis eines theoretischen Modells, das im Projekt weiterentwickelt wurde, wurden Unterschiede zwischen einzelnen Ländern auf Basis vorhandener Daten analysiert. Auf einer detaillierteren Ebene wurde in Fallstudien die Verkehrssicherheitskultur von Österreich, Albanien und Virginia (USA) verglichen. Zur Analyse von  Verkehrssicherheitskultur auf individueller Ebene wurde ein sozialpsychologischer Rahmen herangezogen, der drei Stufen der Verinnerlichung von Werten unterscheidet.

Ergebnisse in einem praxisorientierten Handbuch
Die Ergebnisse der Forschungsarbeiten flossen in ein praxisorientiertes Handbuch ein, das sich an ein weites Spektrum von Stakeholdern auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene richtet, darunter mit Verkehrssicherheit befasste Behördenvertreter, Verkehrssicherheitsexperten in Forschungsinstituten
und an Universitäten, Verkehrspsychologen, Kommunikationsexperten, Marktforscher, politische Entscheidungsträger, Interessenvertreter und NGOs. Das Handbuch soll eine Anleitung bieten, wie Verkehrssicherheitskultur definiert, gemessen, verändert und institutionalisiert werden kann und wie gezielte  Interventionen für einen Veränderungsprozess in einem konkreten historischen und politischen Kontext gestaltet werden können.

13 Partner aus neun verschiedenen Ländern
Das Projekt wurde unter der Leitung des KFV durchgeführt und im Februar 2018 abgeschlossen. Beteiligt waren 13 Partner aus neun verschiedenen Ländern: Österreich (KFV, TU Wien), Finnland (Traffic Research Center of Finland Ltd.), Griechenland (Hellenic Research and Educational Institute Panos Mylonas), Estland (Tallinn University of Technology), Albanien (Co- PLAN, POLIS University, TCN shpk), Türkei (Middle East Technical University), Niederlande (SWOV), Kosovo (AMRKS) und die USA (Virginia Polytechnic Institute and State University, Montana State University). TraSaCu wurde aus dem Horizon 2020 RISE (Research and Innovation)-Programm der Europäischen Union unter dem Marie-Skłodowska-Curie-Fördervertrag Nr.  645690 gefördert.
Die Ergebnisse des Projekts sind unter www.trasacu.eu abrufbar.

13.06.2018