ITS World Congress Hamburg

Mobilität der Zukunft

Bild 1: Einen selbstfahrenden Shuttle präsentierte die ZF Friedrichshagen AG

Bild 2: Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer lässt sich am Stand des BMVI das ErVast-Target von einem FSD-Experten erklären

Unter dem Motto „Experience Future Mobility Now“ trafen sich vom 11. bis 15.10.2021 Experten aus der Mobilitäts-, Logistik- und IT-Branche sowie Vertreter aus Politik und von Verbänden in Hamburg zum ITS World Congress.  

Nachdem der Kongress 2020 um ein Jahr verschoben werden musste, durften nun rund 400 nationale und internationale Aussteller vor Ort in den Hamburger Messehallen ihre Ideen und Lösungen rund um intelligente Verkehrs- und Transportsysteme präsentieren. Als 2G-Veranstaltung konnte zudem ein umfangreiches Fachprogramm mit Panels, Vorträgen und Live-Demonstrationen realisiert werden, das sich mit aktuellen Trends und Themen beschäftigte. Über 250 Projekte und Showcases wurden auf dem Kongress vorgestellt. Zu ihnen gehörten bspw. der autonome Shuttle-Bus HEAT (Hamburg Electric Autonomous Transportation) und das mit Wärmebildkameras ausgestattete Hamburger Radverkehrszählnetz. Im Fokus der Projekte standen also nicht nur Autos, sondern auch Fußgänger und Radfahrer und ebenso Schiffe, Flugzeuge und autonome Drohnen.

ITS-Strategie der Stadt Hamburg
Der ITS Weltkongress ist Teil der vom Hamburger Senat verabschiedeten und bis ins Jahr 2030 reichenden ITS-Strategie. Hamburg hat sich als Ziel gesetzt, sich als Labor- und Modellstadt für urbane Mobilität international zu positionieren und dabei innovative Mobilitätskonzepte der Zukunft für die Bürger erlebbar zu machen. Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur unterstützt die Stadt Hamburg in ihrer Strategie und war ebenfalls mit einem Stand auf dem Kongress vertreten.

Den Verkehrsfluss in der Stadt zu optimieren, das Wegenetz effizienter auszuschöpfen, komfortables Reisen mit verschiedenen Verkehrsträgern zu ermöglichen sowie die Verkehrssicherheit und -nachhaltigkeit zu stärken, sind zentrale Ziele der Projekte, die auf dem ITS World Congress präsentiert wurden. Daten-Sharing, Automatisierung und die Nutzung von kooperativen Technologien spielen dafür eine zentrale Rolle und prägten auch die Projekte am Stand „Innovationen für intelligente Verkehrssysteme“ des Bundesverkehrsministeriums (BMVI). Davon machte sich auch Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer vor Ort ein Bild und informierte sich über die Projekte „Mobility Data Space“ und „ErVast“. Am Beispiel des Targets aus dem ErVast-Projekt ließ er sich zeigen, wie automatisierte und vernetzte Fahrfunktionen in Zukunft dynamisch im Rahmen der Hauptuntersuchung überprüft werden können.

Mobilität der Zukunft zum Anfassen
Die Technik in den zentralen Handlungsfeldern Daten und Information, Intelligente Verkehrssteuerung und -lenkung, Intelligente Infrastruktur, Intelligentes Parken, Mobilität als Service sowie automatisiertes und vernetztes Fahren ist weit entwickelt und viele Anwendungsfälle können bereits erfolgreich umgesetzt werden. Für das Handlungsfeld Intelligente Infrastruktur konnte z. B. NORDSYS in einer Live-Demo zeigen, wie die Infrastruktur verletzliche Verkehrsteilnehmer (VRU) via Radar erkennt und die vernetzten Verkehrsteilnehmer vor einer Kollision mit diesen VRUs warnt. Auf dem sehr gut ausgestatteten Testtrack in der Hamburger Innenstadt demonstrierte die Branche, wie weit man mittlerweile mit der Automatisierung von Busshuttles und Pkw gekommen ist. Dabei wurde deutlich, dass vor allem das hochautomatisierte Fahren im Pkw noch Ausbaupotenzial hat. Projekte wie L3-Pilot zeigen, dass vor allem durch eine gute Zusammenarbeit innerhalb der Branche Fortschritte zu schaffen sind. Der Kongress hat demonstriert, dass die Branche und die Kommunen bereit sind, den Schritt in die flächendeckende Umsetzung von ITS-Technologien zu gehen und Startschwierigkeiten, wie etwa die Unklarheit über den anzuwendenden Funkstandard, zu überwinden.

Nach den Tagen für das Fachpublikum konnten am Donnerstag zum Public Day alle interessierten Bürger einen Einblick in die Mobilität der Zukunft gewinnen. Mit einer Rekordbesucherzahl blicken die Veranstalter auf eine gelungene Veranstaltung zurück.

Weitere Informationen
Zentrale Stelle nach StVG
FSD Fahrzeugsystemdaten GmbH
D-01307 Dresden
www.fsd-web.de

03.11.2021